Die Gruppe „Sabor Latino“ tanzt in heutiger Zusammensetzung seit Oktober 2005. Sie besteht aus Tänzerinnen und Tänzern unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, die alle gemeinsam die Lebensfreude südamerikanischer und karibischer Musik begeistert. Leider kann man diese Lebensfreunde in Deutschland innerhalb des organisierten Tanzens in Tanzschulen und Vereinen kaum verspüren. Daher gründete Frau Sandra Rodas eine eigene Tanzgruppe. Frau Rodas ist gebürtige Ecuadorianerin und von frühster Jugend an mit Tanz und Musik vertraut gemacht worden. Musik und Tanz sind feste Bestandteile ihres Lebens und lassen sie heute Heimweh und Sehnsucht nach Freunden und Familie vergessen. Aufgrund Ihres Engagements und des Interesses aller Gruppenmitglieder, Neues zu erlernen, entstand das heutige Repertoire der Gruppe.
Viele aktuelle lateinamerikanische Musikrichtungen entstanden erst nach der kubanischen Revolution im Jahr 1959. Kubanische Exilmusiker trafen auf Musiker anderer Länder Südamerikas. Man experimentierte gemeinsam mit verschiedenen Musikrichtungen und kombinierte diese zu neuen Stilen. In diesen bunt gemischten Combos brachte sich jeder Musiker jeweils ein. Als Bezeichnung für diese bunte Musikmischung wählte man den spanischen Begriff „Salsa“, was „Soße“ bedeutet und wohl am besten beschreibt, was aus der Mischung afrocubanischer, puertoricanischer und kolumbianischer Musik entstand – eine wohlklingende „Soße“, die sich im lateinamerikanischen Raum rasch verbreitete. Sucht man nach früheren Wurzeln südamerikanischer und afrokaribischer Musik, gelangt man in die Zeit der Kolonisation Südamerikas. Die europäischen Eroberer, insbesondere Spanier und Franzosen, brachten ihre Musik und ihre Tänze mit in die Neue Welt, um in erster Linie die europäische Kultur zu sichern und höfisches Leben möglich zu machen. Die Neue Welt verschaffte den europäischen Herren märchenhaften Reichtum, der erst richtig auf rauschenden Festen mit Tanz und Musik genossen werden konnte. Der Reichtum basierte aber zugleich auf einem düsteren Kapitel der Sklaverei. Den überwiegend aus Westafrika stammenden afrikanischen Sklaven gestattete man in begrenztem Umfang, ihre Traditionen fortzuführen. Die kulturelle Identität der karibischen Afrikaner fand dabei in erster Linie ihren Ausdruck in gemeinschaftlichem Tanz zu rhythmischer Musik. Später vermischten sich vor allem im Ostteil der Insel Cuba (Oriente) afrikanische Rhythmen mit der Melodik, der Instrumentierung und dem Tanzstil der europäischen Musik. Hierhin waren, nach einem großen Sklavenaufstand auf der benachbarten Insel Hispaniola viele schwarze Landarbeiter aus dem französischen Teil der Insel geflohen.
Ca. ab 1960 entstand im amerikanischen Exil durch die Weiterentwicklung und Kombination kubanischer Rhythmen und Stile durch Einflüsse aus dem gesamten karibischen Raum die Musikrichtung „Salsa“. Die Tanzrichtung „Salsa“ basiert im Wesentlichen auf dem kubanischen Danzon und Son. Die Gruppe „Sabor Latino“ stellt Ihnen einen auf dem kubanischen „De la calle“-Stil basierenden Gruppentanz – die „Rueda de Casino“ vor. Dieser hat seine Wurzeln im französischen „Contradanse“ in Kombination mit afrocubanischer „Rumba“. Auf Kommandos eines mittanzenden „Cantante“, eines Sängers, werden definierte Figuren im Kreis bzw. im Rad (span. „Rueda“) getanzt. Dabei sollen die Figuren möglichst synchron im Rhythmus und mit viel Spaß getanzt werden, damit das „Rad“ von keinem der Tänzer unterbrochen wird. Am Ende der Figur, die in der Regel mit einem Partnerwechsel abgeschlossen wird, sollte jeder Tänzer wieder zu einer Tanzpartnerin gekommen sein – sonst ist „irgendetwas falschgelaufen“. “Mambo“ bezeichnet eine Musikrichtung, die sich nach 1930 in Cuba entwickelt hat, sowie den dazugehörigen Tanz, der parallel zur Musik entstand. Ursprünglich bezeichnete das afrocubanische Wort “Mambo“ ein "religiöses Gespräch" oder eine „heilige Handlung“. Während des Zweiten Weltkrieges kam es zu einer Vermischung kubanischer Rhythmen mit dem amerikanischen Jazz. Die Jazzelemente kann man bis heute heraushören. Da sowohl die Musik, als auch der Tanz „Mambo“ rhythmisch komplex und dadurch auch kompliziert sind, wurde der „Mambo“ sehr schnell von einfacheren Musikstilen und Tänzen wie „Cha Cha Cha“ und „Rumba“ verdrängt. „Sabor Latino“ präsentiert Ihnen heute eine eigene Choreographie im Mambo-Rhythmus. Machen Sie daher nun mit uns einen Ausflug in die südamerikanische und karibische Lebensart. Träumen Sie sich aus dem deutschen Alltag in eine warme, herzliche, familiäre und leidenschaftliche Welt aus Rhythmus, Musik und Tanz, die Menschen für einen kurzen Augenblick die Sorgen des Lebens vergessen lässt.